Konzerte & Veranstaltungen

22. Oktober, 14:30 Uhr

Der Männerchor Ermlitz singt zum Herbstkonzert im Kultur-Gut Ermlitz unter der Leitung von Erik Schober.

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Der Männerchor Ermlitz lädt alle Freunde, Bekannten und Nachbarn am Sonnabend den 22.10.11 – 14.30 Uhr, zum kleinen Weinfest des Kultur-Gutes mit dem Weinhaus Vogler aus Schkeuditz ein.

Lernen Sie Weine von der Unstrut bis Spanien kennen!

Neben bekannten und unbekannten Liedern werden im Anschluss an das Konzert vom Kultur-Gut Kuchen, Kaffee und weitere Getränke angeboten.


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Eintritt 6,00 €

Kartenvorbestellung ist angesichts eines begrenzten Platzangebotes ratsam unter Tel 034204-35582.


23. Oktober, 16 Uhr

"Wiederentdeckt"

Thomas Fritzsch - Viola da gamba
Viola da gamba (siebensaitig) von Johann Casper Göbler, Breslau, 1784

Shalev Ad-El – Cembalo & Pianoforte
zweimanualiges Cembalo nach Michael Mietke, Berlin um 1700 (Schloß Charlottenburg),
von Martin Schwabe, Leipzig
Pianoforte von Joseph Brodmann, Wien, 1805

Programm

Johann Christian Bach (1735-1782)

4 Sonaten für Viola da gamba und obligates Cembalo bzw. Pianoforte

Sonata a Piano Forte e Viola da Gamba [F-Dur]
Allegro – Rondeaux.Tempo di menuetto
Sonata di Cembalo e Viola da Gamba Obligata [B-Dur]
Allegro – [Allegro assai]

Carl Friedrich Abel (1723-1787)
Sonata [G-Dur] à Viola di Gamba Solo et Basso
WKO 149
Adagio – Allegro – Allegro ma non Presto

- Pause -

Carl Friedrich Abel
Sonata à Viola di Gamba Solo et Basso [e-Moll]
WKO 150
Siciliano – Allegro – Presto

Johann Christian Bach
Sonata Cembalo, Viola da Gamba [G-Dur]
Allegro - Rondeaux

Sonata a Piano e Forte [e Viola da Gamba F-Dur]
Allegretto - Pastorale

Wir danken dem privaten Eigentümer der bislang unveröffentlichten Manuskripte mit den 4 Sonaten Johann Christian Bachs für die großzügige Überlassung des Materials und die Erlaubnis zur Welterstaufführung am 14. Juni 2008 zum Bachfest Leipzig.


Programm

Geschichte

Welterstaufführung von vier Sonaten für Viola da gamba und obligates Cembalo bzw. Fortepiano von Johann Christian Bach zum Bachfest Leipzig 2008

Hartnäckig hält sich die Ansicht, dass die Viola da gamba spätestens in der Mitte des 18. Jahrhunderts aus der Mode gekommen und endgültig vom Violoncello abgelöst worden sei. Umso erstaunlicher erscheint es in diesem Zusammenhang, dass mit Johann Christian Bach ein ausgesprochen »moderner« Komponist um 1770 im Musikzentrum London vier Sonaten für Viola da gamba und obligates Tasteninstrument verfasst hat. Die Werke, die offensichtlich für Kammermusik im privaten Kreis entstanden sind, stellen eindrucksvoll unter Beweis, dass sich das angeblich »altmodische« Instrument Viola da gamba in hervorragender Weise auch für den klassischen Kompositionsstil eignet.
Bach verzichtete allerdings auf eine Publikation der Gambenstücke und arbeitete sie später zu Violinen- bzw. Flötensonaten um, wobei er zum Teil gravierende Veränderungen in der Faktur vornahm. Die Manuskripte der originalen Werke blieben jedoch erhalten und wanderten im Lauf von zwei Jahrhunderten durch die Hände verschiedener Privatbesitzer. Der Öffentlichkeit blieben sie dadurch vollständig verborgen.
Erst der Initiative des Gambisten Thomas Fritzsch ist es zu verdanken, dass die Werke zum Bachfest Leipzig 2008 erstmals seit ihrer Entstehung wieder erklangen und damit unter Beweis gestellt werden konnte, dass die Viola da gamba um 1770 keineswegs ein vergessenes Instrument war.

Der Musikpublizist Carl Friedrich Cramer gab Ende des 18. Jahrhunderts in seinen Schriften etliche Episoden und Zitate von Johann Sebastian Bach wieder. Darunter befinden sich auch Aussagen des Thomaskantors über seine musikalischen Söhne. Besonders kurios ist das Urteil des »alten Bach« über seinen jüngsten Sohn Johann Christian, das Cramer in sächsischer Lautschrift dokumentierte: »Mei Christian is e dummer Junge; darum macht er ooch noch gewiß emal sei Glück in der Welt.« Tatsächlich machte Johann Christian als einziger unter den Bach-Söhnen seine Karriere im fremdsprachigen Ausland und wies damit nach, dass er alles andere als ein »dummer Junge« war.
Geboren 1735, wurde Johann Christian Bach zunächst von seinem Vater in Leipzig ausgebildet. Nach dessen Tod 1750 ging er nach Berlin und lebte dort bei seinem Bruder Carl Philipp Emanuel, der als Hofmusiker Friedrichs II. beschäftigt war. 1754 trat Johann Christian Bach einen Italienaufenthalt an, der ihn hauptsächlich nach Mailand führte. Sehr zum Verdruss seiner deutschen Verwandtschaft konvertierte er 1757 zur katholischen Konfession, vermutlich um sich dadurch eine kirchenmusikalische Laufbahn in Italien zu ermöglichen. Drei Jahre später erhielt er die Stelle des zweiten Organisten am Mailänder Dom. Das Hauptinteresse Bachs lag jedoch im Bereich der Oper – er komponierte mit großem Erfolg für die Theater in Turin, Neapel und Mailand. 1762 wechselte Johann Christian Bach dann nach London, wo er bis zu seinem Tod als Komponist und Konzertveranstalter wirkte.
Um 1770 komponierte Bach in London vier Sonaten für Viola da gamba und obligates Tasteninstrument. Es handelt sich um die einzigen überlieferten Kompositionen, die er für diese Besetzung schuf. In der Konzeption wurde er offensichtlich maßgeblich von seinem Freund und langjährigen Geschäftspartner Carl Friedrich Abel inspiriert, der als virtuoser Gambist und Komponist von Gambenmusik in Erscheinung trat. Da Bach jedoch keine Publikation der Werke vornahm, darf angenommen werden, dass die Sonaten in erster Linie für private kammermusikalische Aufführungen geschaffen wurden. Einige Zeit später arbeitete Bach die Stücke zu Flöten- bzw. Violinensonaten um und gab sie in dieser Besetzung, von der er sich einen größeren Absatz versprechen konnte, in Druck.
Musikalisch befinden sich die vier Sonaten für Viola da gamba und obligates Cembalo bzw. Fortepiano von Johann Christian Bach ganz auf der Höhe der Zeit und stellen die eindrucksvolle Synthese zwischen einem alten Instrument und dem modernen, klassischen Kompositionsstil her.
Seit ihrer Entstehungszeit befanden sich die Werke ausschließlich in privater Hand und waren somit der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Der Initiative des Gambisten Thomas Fritzsch ist es zu verdanken, dass die Werke zum ersten Mal seit mehr als 200 Jahren wieder erklingen können.

Kombiniert wird diese Aufführung der Bachschen Kompositionen mit zwei Gambensonaten von Carl Friedrich Abel.
Wie Johann Christian Bach erhielt auch Abel seine erste musikalische Prägung durch seinen Vater: Christian Ferdinand Abel befand sich seit 1715 in der Hofkapelle des Fürsten Leopold von Anhalt-Köthen, wo er zwischen 1717 und 1723 eng mit Johann Sebastian Bach zusammenarbeitete. Die gute Beziehung der beiden Musiker blieb auch nach Bachs Weggang aus Köthen erhalten, so sandte Christian Ferdinand Abel seinen Sohn 1737 auf die Leipziger Thomasschule, wo dieser u. a. von Bach unterrichtet wurde. Nach Abschluss der Ausbildung wurde der junge Abel 1743 als Cellist und Gambist Mitglied der Dresdner Hofkapelle. 1759 wanderte er dann nach London aus und schlug dort eine Karriere als Virtuose auf verschiedenen Instrumenten (Viola da gamba, Violoncello, Violine, Cembalo), als Komponist sowie – an der Seite Johann Christian Bachs – als Konzertveranstalter ein.
Mit großem Nachdruck widmete sich Carl Friedrich Abel sowohl als Interpret als auch als Komponist den Gambeninstrumenten. Insgesamt 27 Sonaten für Viola da gamba solo sind von ihm überliefert, darüber hinaus zahlreiche weitere Werke für Gambe mit Continuo-Begleitung. Die Sonaten G-Dur und e-Moll (WKO 149/150) entstanden 1783 während eines Aufenthaltes von Abel am preußischen Hof. Darauf weist neben dem heutigen Aufbewahrungsort des Manuskripts (Staatsbibliothek Berlin) auch die formale Anlage der Kompositionen hin: Am Beginn steht ein langsamer Satz, in den folgenden beiden Sätzen steigert sich dann jeweils das Tempo. Diese Satzaufteilung ist auch bei anderen Berliner Komponisten dieser Zeit anzutreffen.
Abels außergewöhnliche Fähigkeiten als Spieler der Viola da gamba fasste der Berliner Musiktheoretiker Johann Friedrich Reichardt in überschwänglichen Worten zusammen: »Die Gambe, o wie lieblich und süßrührend in Abels Hand! […] ein Spiel voll üppiger Fülle und wollüstiger Süßigkeit.«

Bernhard Schrammek


Geschichte

Künstler

Thomas Fritzsch,

Thomas Fritzschin Zwickau geboren und inmitten der lebendigen Tradition sächsischer Kirchen- und Hausmusik aufgewachsen, erhielt ersten Violoncellounterricht am Konservatorium seiner Heimatstadt. Nach Violoncello- und Viola da gamba-Studien an der Leipziger Musikhochschule und ersten Orchestererfahrungen in Chemnitz und Leipzig begann er als Spezialist für die Musik des 17. und 18. Jahrhunderts eine freiberufliche Tätigkeit und zählt heute zu den weltweit renommierten Gambisten. Seine intensive, erfolgreiche Auseinandersetzung mit der historischen Materie – von der Fachpresse als brillant und meisterhaft gerühmt – fand ihren Niederschlag in einer Vielzahl von Rundfunk- und Fernsehproduktionen, einer umfangreichen Diskographie (Auszeichnungen u.a. Preis der deutschen Schallplattenkritik 3/2003, Supersonic Award 4/2009 [Pizzicato, LU] ) und publizistischer Tätigkeit als Herausgeber Alter Musik (Breitkopf & Härtel Wiesbaden) und Autor musikwissenschaftlicher Schriften (u.a. Johann Gottlieb Janitsch - Biographie und Werkverzeichnis).

Zur Gambenkarriere des Künstlers trat vor zwei Jahrzehnten die Beschäftigung mit dem historischen Violoncello (barockes und klassisches Instrumentarium, Violoncello piccolo, Basse de Violon) hinzu. So entstanden u.a. mit Simon Standage Ersteinspielungen frühromantischer Kammermusiken am originalen Instrumentarium. Dirigenten wie Gewandhauskapellmeister Riccardo Chailly, Thomaskantor Georg Christoph Biller, Howard Arman, Hermann Max, Hans-Christoph Rademann, Gewandhausorganist Michael Schönheit, Peter Schreier und Helmuth Rilling verpflichteten ihn zu Konzerten und Aufnahmen. Als Viola da gamba-Solist musiziert er mit Klangkörpern wie dem Gewandhausorchester Leipzig, dem MDR-Sinfonieorchester, dem Thomanerchor Leipzig, dem Dresdner Kreuzchor, dem Kleinen Konzert und dem englischen Spitzenensemble Collegium Musicum 90. In den europäischen Konzertsälen ist er ebenso zu hören wie auf den Podien der Metropolen New York, Boston, Tokio, Seoul, Abu Dhabi, Dubai, Havanna, Jerusalem und Tel Aviv. Die Namen der Künstler, mit denen Thomas Fritzsch in den letzten drei Jahrzehnten musizierte, lesen sich wie ein Who is Who der internationalen Musikszene. Die Konzerttätigkeit findet ihre Ergänzung in Lehrtätigkeit und der Leitung von Seminaren und Interpretationskursen in Europa und den USA. Zum Leipziger Bachfest 2008 wurde Thomas Fritzsch die Welterstaufführung von vier Sonaten für Viola da gamba und Cembalo/Fortepiano von Johann Christian Bach übertragen. Im Mai 2011 eröffnete Thomas Fritzsch das neu entstandene Telemann-Museum in Hamburg mit einem Solo-Rezital. Nächste Gastspiele führen Thomas Fritzsch nach Südkorea, Japan und Israel.

Thomas Fritzsch spielt eine Viola da gamba von Johann Casper Göbler, Breslau 1784, und Violoncelli von Köllmer, Crawinkel vor 1700, und von Ignaz Andreas Wild, Brünn 1809.

Shalev Ad-El

Shalev Ad-Elwurde 1968 in Israel geboren. Schon früh gewann er den Ruf eines der meistgefragten Continuospieler Europas. Als AICF-Stipendiat graduierte er am Königlichen Konservatorium im Haag und gewann 1987 den ersten Preis des Francois-Shapira-Wettbewerbes.

Als Solist spielte er mit nahezu allen führenden Orchestern in Israel, u.a. mit dem Israeli Philharmonic Orchestra, dem Israeli Chamber Orchestra und dem Haifa Symphony Orchestra. Sowohl als Dirigent wie als Cembalist blickt er auf unzählige Rundfunk, Fernseh- und CD-Produktionen zurück und gab Recitals in den europäischen Ländern, China, Japan, Süd- und Zentralamerika und den U.S.A.

Seit 1991 leitet er die Oslo Baroque Soloists und gastierte als Dirigent auf Musikfestivals in NY, Prag, Zerbst, Dijon, Brünn, im Leipziger Gewandhaus, zum Israel Festival, Münster Festival, Brugge Festival, Saintes und zu den Halleschen Händelfestspielen. Seit der Konzertsaison 97/98 ist er regelmäßiger Gastdirigent des Philharmonischen Staatsorchesters Halle/Saale.

Shalev Ad-El spielte bereits mehr als 60 CDs ein für Labels wie Chandos (GB), Denon (Japan), Accent, Eufoda (B), Unacorda (Esp), Stradivarius (I), CPO, ram, HR, Ambitus, Cavalli, (D) und Koch International (U.S.A.). Er ist ständiges Mitglied von Il Gardellino (B) und The Dorian Consort (CH) und musikalischer Leiter von Accademia Daniel (IL).

Ad-El nahm in der Vergangenheit Lehraufgaben an der Dresdner Akademie für Alte Musik (92-93), an der Akademie für Alte Musik der Masaryk-Universität in Brünn (92-01) und in der Boston University (99) wahr. Seit 1992 hält er jährliche Meisterkurse auf Schloß Rheinsberg und in Brezice, Slovenia, ab. Weitere Meisterkurse leitete er in Moskau Concervatory, Tallinn, Fukuoka (Japan), Lima, la Paz, Buenos Aires, Havana, Longy-School of Music (Boston) und Prag. 2008 wurde Shalev Ad-El der Fasch-Preis der Internationalen Johann-Friedrich-Fasch-Gesellschaft verliehen.


Künstler

Eintritt 15,00 €, Ermäßigt 10,00 €


Eintritt 15,00 €, Schüler und Studenten 8,00 € (soweit nicht anders ausgewiesen)